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Bei der Feier der Instandsetzung des Gradschankbrunnens im Jahr 1900 ist an die Stadt und deren Verkehrsverein die Bitte herangetragen worden, auch den seit 1952 im Zusammenhang mit dem Ausbau der Beerentalstraße als verwahrlosten Schandfleck betrachteten und deshalb verfüllten Sauerbrunnen wieder freizulegen. Dabei und anschließend in Form einer Unterschriftenliste wurde die aktive Hilfe der unmittelbarer Nachbarschaft und sonstiger Kräfte zugesichert. Diese Bürgerinitiative fand Gehör, der Aushub für den unmittelbar angrenzenden städtischen Sozialbau wurde zeitlich und räumlich geringfügig verschoben und die Freilegung der 4 m tiefen Anlage begann.

Foto Heinrich Jost im Ordner im Rathausarchiv.

Als dabei an der Südseite des Mauerwerks die Inschrift „Heil Quelle Errichtet 1600“ freigeschrubbt war, fanden sich die Initiatoren voll bestätigt und zahlreiche Helfer schlossen sich ihnen an. Zugleich fand die Maßnahme durch die publizistische Begleitung der Presse auch in der Öffentlichkeit große Zustimmung. Organisatorisch förderte von nun an auch die Stadt das Projekt und ebnete im März 1994 durch die Einladung zur Gründung eines Fördervereins die Wege für das die unermüdlichen Arbeitsdienste begleitende amtliche Verfahren. So wurde als als unentgeltlich wirkender Architekt der im Denkmalwesen erfahrene ortsansässige Architekt Dipl.-Ing. Heinrich Jost gewonnen (der im Verein dann auch 15 Jahre lang das Amt des 2. Vorsitzenden ausgeübt hat), das Bauwerk wurde als Kulturdenkmal­­ anerkannt und vom Landesamt für Denkmalpflege nicht nur eng begleitet, sondern auch bezuschusst, weitere Sponsoren wurden gewonnen, darunter maßgeblich die Stadtwerke und die Kreissparkasse sowie materielle Hilfe aus dem örtlichen und außerörtlichen Handwerk. Der Tiefbrunnen war ursprünglich nicht überdacht gewesen, wohl aber zu ihrem Schutz vor äußeren Einwirkungen die jetzige Rekonstruktion Eine von den Stadtwerken veranlasste Analyse des in vier Meter Tiefe austretende Wassers zeigte zwar keinerlei Hinweise auf dessen Heilwirkung. Aber die Absicht, hiermit die Wohnlage aufzuwerten bestätigte sich voll und ganz.

Die Arbeiten sind weitgehend durch Arbeitsdienste von fachkundigen Mitgliedern und Nachbarn durchgeführt worden. Die Material- und Begleitkosten sind mit den o. e. Spenden, durch die Ausrichtung mehrerer meist vom Verkehrsverein unterstützten Feierlichkeiten, und den Beiträgen (12 €/Jahr) der mehr als 70 Mitglieder beglichen worden. Im Jahr 2000 war der rundum erneuerte Sauerbrunnen fertig und bezahlt. Bald war auch eine Rücklage für die Erhaltung des Kulturdenkmals gebildet. Der Verein hatte seine in der Satzung definierten Ziele erreicht und konnte sich neuen Aufgaben zuwenden, die seinem begrenzten Leistungsvermögen und seiner Satzung entsprachen.

Dabei ging es zunächst um die Herrichtung und Bewusstmachung von Brunnen und Kleindenkmalen im Wald an der Peripherie der Stadt durch die winterlichen Glühweinwanderungen, mit Vereinsausflügen aber auch zur Darstellung eines umfassenderen geschichtlichen Rahmens zu entfernteren Zielen. Diese Aktivitäten haben aus der Bevölkerung weiterhin immer guten Zuspruch gefunden.


Brunnenstock mit Inschriftenplatte
aus dem Jahr 1837

Dazu Beispiele:

• Erfolgreiche Suche und Bergung einer Inschriftenplatt, die fortan nach ihrem Umrissals „Wildsaukopf“ bezeichnet ist. Seit Jahrzehnten war dort alljährlich am 1. Mai hoch über der Stadt von Unbekannt die „Hexenfahne“ angebracht; inzwischen gilt die mit Sitzgelegenheit versehene und talwärts vom Baumwuchs freigehaltene Örtlichkeit als „Schöne Aussicht“.

• Aufrichtung und Kennzeichnung eines am östlichen Ausläufer des Schauerbergs in Schieflage geratenen Niveausteins der bayrischen Artillerievermessung

• Wiederherrichtung des Wolkenbruch-Brunnens, des Metzmann-Brunnens, des Freie Turner-Brunnens, des Hermann-Schneid-Brunnens, des Ersten und des Zweiten Brünnels (jeder Brunnen für sich und in verschiedenen Jahren, teilweise mit Unterstützung des Tennis-Clubs, der Freiwilligen Feuerwehr und der örtlichen SPD). Am Ersten Brünnel wurden auch „Hasebobbelampe“ zum Verkauf angeboten, ein extra zu diesem Zweck als Rekonstruktion gebackenes Gebäck der wallonischen Neubürger, das noch lange zum Lambrechter Sommertagsbrauchtum gezählt hatte.

• Freilegung und Dokumentation eines Grenzsteins aus dem Jahr 1528 sowie weitere Maßnahmen zur Bewusstmachung und Bewahrung alter Außen- und Binnengrenzen, die teilweise zu neuen ortsgeschichtlichen Erkenntnissen geführt haben (z. B., dass die Nordgrenze des Klosterwaldes immer und unverändert so wie heute noch verlaufen ist und hier entgegen landläufiger Meinung nichts von den letzten Nonnen an Deidesheim verscherbelt wurde).

•Erfolgreiche Suche der dort bis 1805 geltenden Binnengrenze St. Lambrecht - Deidesheim - Grevenhausen Freilegung, Restaurierung und Dokumentation der Freundschaftsplatte am Breiten Loog aus dem Jahr 1809, einem der ältesten Grenzpunkte im Pfälzerwald mit "blutiger" Vergangenheit. Ausstattung mit Besen, Besenbuch und Informationstafel.

• Freilegung und Benennung von in Vergessenheit geratenen bearbeiteten Bodenfelsen, so z. B. der Drei-Stempel-Stein und die von uns so bezeichnete Nonnenboll, das Auffinden der einstigen Vieh-Unterstellplätze Alte Unger beim Kaisergarten sowie die Reste eines ähnlichen Pferchs im Deidesheimer Wald zwischen den Breiten Platten und dem Stoppelkopf, und – nahe dem Umsetzer - des die St. Lambrechter Urgemarkung im Südwesten begrenzenden Steinerne Tisches, Suche und Freilegung der Grenzplatte , Besichtigung und Erklärungen am Loblochstein. Davon werden die schalenförmigen Vertiefungen der Nonnenboll von Teilen der Heimatforschung als Station von Kalendermachern der Vorzeit gedeutet. Wenn das zutrifft, könnte es auch die aus dem Tal und den dortigen Quellaustritten hier heraufziehenden „Foresäng“ = forêt sainte = Heiliger Wald erklären.

• Erläuterungen zum östlich angrenzenden Ausgesteinten Wald und zum1805 und 1821 von Deidesheim erworbenen Waldungen, die vom Iptestal bis zum Beerental reichten und – 2001- unter Führung der interimistisch wirkenden Forstamtsleitung informative Waldbegehung mit Schwerpunkt moderner Waldbau und – 2006 – Buntsandstein und frühere Steingewinnung sowie – 2008 - Bombenteppich und Trinkwasseraufbereitung.

• Erläuterungen zum französischen Sprachelement bei der Benennung von Lambrechter Flurnamen und zur neuen Form der Waldbewirtschaftung.

Als Maßnahmen im Innern der Stadt sind zu nennen:

• Im Jahr 2000 zehntägige Ausstellung historischer Ansichtskarten vor dem Hintergrund, der Bevölkerung den baulichen Zustand des Zunfthauses (aus dem Jahr 1606) bewusst zu machen und die Bereitschaft zu dessen Restaurierung zu ebnen.

• Im Laufe der Restaurierung des Zunfthauses in den Jahren 2004 und 2005 als Beitrag zum amtlichen Tag des offenen Denkmals Diavorträge und Tage der offenen Baustelle im Keller- und Erdgeschoss des Sanierungsobjekts.

• Mitwirken in dessen Planungsstab mit Spezialauftrag Öffentlichkeitsarbeit und Offenlegung der Entstehungsgeschichte dieses von dem wallonischen Zuwanderer Heinrich Klingnet /Henri Clingnet) erstellen Prunkhaus. Dessen Monogramm ist auf dem Medaillon über der Treppe des Zunfthauses erhalten.

Diese einflussreiche Familie ist auch in Otterberg und Mannheim in wesentlichen Funktionen nachgewiesen.

In diesem Zusammenhang steht die nahezu vollständige Übertragung der Bürgerschen Renovation aus dem Jahr 1750, einer beschreibenden Auflistung der St. Lambrechter Liegenschaften einschließlich deren Belastungen sowie der Felsmarkierungen an seinen Außengrenzen aus der damaligen Handschrift in Maschinenschrift. Ein gebundenes Exemplar ist der Stadt bei Indienststellung des Rathauses zur Aufbewahrung im Ratskeller überreicht worden. Dem Heimatkundler erschließen sich daraus wesentliche Details von damals.

• Hinzu kamen Exkursionen zu Zielen, die in Verbindung mit den örtlichen Gegebenheiten stehen – so in die Kaiserpfalzen nach Ingelheim und Kaiserslautern, nach Bruchsal, Otterberg, Oppenheim, Reinheim, Bliesbruck und Hornbach sowie zu mehreren Ausstellungen im Historischen Museum Speyer und Germersheim.

•Beschilderung von historisch und sonst interessanten Objekten im Stadtkern und in diesem Zusammenhang Erstellung eines ersten Stadtführers.

Alle heimatkundliche Maßnahmen wurden und werden üblicher Weise der Öffentlichkeit im Rahmen gut besuchter "Glühweinwanderungen" in der ersten Januarhälfte und durch zwischenzeitliche Ausflugsfahrten vorgestellt. Sie sind immer für die Teilnehmer von schriftlichen Zusammenfassungen und für die Öffentlichkeit durch umfangreiche Berichterstattung in der Presse begleitet.